Marine Beschichtung am Dock

Marine Beschichtung zum Schutz für Schiff und Besatzung

Unter dem Begriff Marine Beschichtung sind Beschichtungen aus dem maritimen Bereich zu verstehen. Dazu gehören Antifouling-Anstriche genauso wie Decklacke, Antirutsch-Coatings, Bilgenlacke, Rumpfbeschichtung und bestimmte schützende Beschichtung für den Schiffsverkehr in besonders korrosiver Umgebung und schweren Witterungsverhältnissen. Welche marine Beschichtung passend ist, definiert unter anderem Untergrund, Applikationsmethode und nicht zuletzt deutsche und europäische Gesetzgebung.

Dieser Artikel informiert Sie über Arten der marinen Beschichtung und was Sie wissen müssen, um die richtige zu wählen. Eine Auswahl der wichtigsten Produkte zur maritimen Beschichtung, die Sie in Deutschland kaufen können, werden ebenfalls genannt.

Überwasser, Unterwasser, Deck– diese Marine Coatings fallen am Schiff an

Eine maritime Beschichtung fürs Schiff muss nicht nur in deutschen Gewässern, sondern oftmals auch internationaler Witterung standhalten. Schwerer Seegang darf dem Rumpf nichts anhaben und nach langer Seefahrt sollte Korrosion kein Problem werden. Da ist es für Schiffs(flotten)besitzer wichtig zu wissen, welche Beschichtung die richtige ist. Dieser Ratgeber nimmt alle Situationen, Untergründe und Beschichtungen unter die Lupe.

Oberhalb der Wasserlinie – Überwasseranstrich

Mit Lacken für den Bereich des Schiffs, der sich oberhalb der Wasserlinie befindet, werden Schiffsdeck und Rumpf gestrichen. Sogenannte Überwasseranstriche dienen zum Schutz gegen Salzwasser, Witterung und Verschleißerscheinungen durch Sand, Kratzer und allgemeines Handling.

Überwasseranstriche lassen sich in ihrer Zusammensetzung in 3 Gruppen unterteilen: solche aus 1-Komponenten-Polyurethan, 2-Komponenten-Polyurethan und Alkydfarben. Alle diese Schiffslacke sind wasserfest, abriebfest und UV-beständig; behalten also weitestgehend den Farbton und ihr Finish, auch wenn die Witterungsbedingungen widrig sind.

  1. 1 K Polyurethan: besitzt einen hohen Feststoffanteil, lässt sich einfach verarbeiten sowie ist bei Beschädigung leicht auszubessern. Geeignet für Innen-und Außenbereich.
  2. 2 K Polyurethan: sehr hohe Oberflächenhärte, glänzender und beständiger gegen mechanische Einwirkung als das 1-K-Pendant. Die Verarbeitung erfordert mehr technisches Verständnis und Geschick. Der Preis liegt höher.
  3. Alkydlack: Es handelt sich um 1-Komponenten-Lack fürs glänzende Finish. Vergleichsweise einfach gestaltet sich auch dessen Verarbeitung. Hohe elastische Eigenschaften prädestinieren diesen Lack für Teile, Boote und Yachrten aus Holz. Die UV-Beständigkeit und Farbechtheit ist im Vergleich zu den beiden PU-Optionen gering.

Unterhalb der Wasserlinie – Unterwasseranstrich

Beim Unterwasseranstrich geht es ans Eingemachte: Dieser Teil des Schiffs hat konstant direkten Kontakt mit Meerwasser und einhergehendem Bewuchs von schädigendem Fouling. Sogenanntem Biofouling wird durch Antifouling entgegengewirkt. Bei Fouling handelt es sich um Aufwuchs von Organismen und Muscheln, wie Algen, Mikroorganismen, Pflanzen und Tiere – optischen und strukturellen Schaden.

Fouling am Schiffsrumpf verursacht die Minderung der Höchstgeschwindigkeit durch erhöhten Wasserwiderstand, erhöhten Kraftstoffverbrauch, Schwächung des Schiffs, mechanische Schäden an der Hülle sowie das Risiko der Verbreitung von Fouling-Organismen in Fremdgewässern. Es gibt zwei Typen von Antifouling:

  1. Hart: Hartes Antifouling scheidet Biozide ab, sobald es mit Wasser in Berührung kommt. Dadurch wird sichergestellt, dass kein Wachstum stattfinden kann, ohne dass der Anstrich selbst erodiert – weder im nassen noch im trockenen Zustand. Hartes Antifouling kommt aufgrund der hohen Oberflächenhärte hauptsächlich bei Hochgeschwindigkeitsschiffen zum Einsatz. Hartes Antifouling eignet sich nicht für langsame Schiffe und oft vor Anker liegende Schiffe. Zur Erneuerung eines harten Antifouling kann es nicht überstrichen werden, sondern das vorhandene zunächst abgeschliffen oder gestrahlt werden.
  2. Polierend: Polierendes Antifouling ist ein sogenannter erodierender Anstrich, welcher eine Art von Opferschicht bildet, welche nach und nach vom Wasser abgetragen wird. So wird die Schichtdicke stets geringer und es werden „frische“ Biozidschichten bloßgelegt. Ein Vorteil ist der geringe Arbeitsaufwand, ein Nachteil ist, dass polierendes Antifouling jede Saison erneut angebracht werden muss. Für langsam fahrende Schiffe ist dieses Antifouling gut geeignet.

Seit Inkrafttreten der Antifouling-Konvention der IMO (International Maritime Organisation) 2008 sind TBT-haltige Antifouling-Anstriche für Schiffe verboten. Siehe letzter Absatz dieses Artikels.

Lack fürs Deck und Tank-Beschichtung

Rutschfeste marine Beschichtung auf dem Deck

Marine Coating umfasst alle im Schiffbau und Offshore fälligen Beschichtungen

  • Beschichtung Schiffsdeck: Bootsdecks, Treppenstufen sowie Offshore-Brücken und -Gehwege stellen bei Nässe einen Risikofaktor dar. Rutschgefahr und Fallrisiko sind hoch. Damit die Besatzung des Boots / Schiffs oder der Yacht sowie Passagiere vor Rutschgefahr geschützt werden, sind spezielle rutschfeste Beschichtungen für Trittflächen angebracht werden. Es ist auch möglich, Anti-Rutsch-Aggregat in die 2-komponentige Beschichtung einzustreuen. Neben der Rutschfestigkeit ist muss Decklack natürlich extremer Witterung standhalten sowie UV-fest und robust gegen mechanische Einwirkung sein.
  • Beschichtung Tank: Cargo Tanks für Frachtschiffe, Wassertanks und Abwassertanks: Die passende Beschichtung verlängert die Lebensdauer von Tanks und schützt diese vor frühzeitiger kostspieliger Reparatur und Instandsetzung. Zu den wichtigsten Tank-Coatings gehören solche auf Basis von Epoxidharz, Polyurethan und Polyurea. Diese haben sich als besonders widerstandsfähig bewährt. So kann Fracht gewechselt werden beziehungsweise die Fracht vor Verschmutzung geschützt werden. Zu den wichtigsten Herstellern von Tank Coatings gehören Hempel, PPG und AkzoNobel, die auch online weiterführende Informationen bieten.

Sind Sie an konkreten Angeboten für Ihr spezifisches Beschichtungsprojekt interessiert, lassen Sie es uns wissen, indem Sie den Anfrage-Button unten auf dieser Seite klicken.

Marine Beschichtung verarbeiten – Werften in Deutschland

Marine Coating am Schiff fällt ganz schön ins Gewicht: am Schiff fallen für Yachtbesitzer nicht selten Zigtausend Euro für Beschichtungs- und Instandsetzungsarbeiten an. Lackierung, Beschichtung und Reparatur werden durchgeführt, während das Schiff / Boot im Wasser (für Überwasser-Beschichtungen) oder im Dock (für Unterwasser Coatings, wie Antifouling) liegt.

Geht es um sogenannte Freizeitboote, sind private Skipper in der Lage, geeignete Lacke zu kaufen und die Beschichtung selbst vorzunehmen. Jedoch ist die professionelle Verarbeitung durch Fachleute in Qualität (und Bequemlichkeit für den Halter des Bootes) noch immer unschlagbar. Die folgende Liste verschafft Ihnen einen Überblick der wichtigsten Werften in Deutschland. Zögern Sie nicht, uns eine Anfrage für Ihre nächste Marine Beschichtung zukommen zu lassen. Wir verbinden Sie mit einer der führenden Firmen der Branche.

Werft in DeutschlandStandort in Deutschland
Meyer Werft GmbH & Co. KGIndustriegebiet Süd, 26871 Papenburg
Blohm+Voss B.V. & Co. KGHermann-Blohm-Str. 3, 20457 Hamburg
Lloyd Werft Bremerhaven GmbHBrückenstraße 25, 27568 Bremerhaven
German Naval Yards Kiel GmbHWerftstrasse 110, 24143 Kiel

Gesetzgebung zu Antifouling im maritimen Sektor in Deutschland und der EU

Dies ist ein Auszug des Umweltbundesamts. Lesen Sie bei Interesse zur Vertiefung direkt dort weiter.

Über Jahrzehnte waren Antifouling-Beschichtungen mit giftigem Tributylzinn (TBT) marktbeherrschend. Untersuchungen haben gezeigt, dass TBT in Antibewuchsfarben eine ähnliche Wirkung wie Hormone – Botenstoffe im Körper, über die Wachstum, Fortpflanzung und Immunsystem gesteuert werden – haben und bei Meeresschnecken beispielsweise zu Fortpflanzungsstörungen führen.

Seit der Antifouling-Konvention 2008 sind daher TBT-haltige Antibewuchsmittel für Schiffe, Boote und Yachten verboten. Die derzeitig am Markt erhältlichen Antifoulings bestehen in der Regel aus Kupferverbindungen und/oder organischen Bioziden. Auch Nano-Coatings werden von Schiffsbesitzern immer häufiger berücksichtigt. Die Biozid-Verordnung (EU) Nr. 528/2012 bewertet biozide Wirkstoffe und deren Risiken für die Umwelt. Die Schätzung des Umweltbundesamt ist, dass 2027 nur noch geprüfte Antifouling Beschichtungen im Umlauf sein werden.