Dekorative Farben und Lacke gestapelt

Dekorative Farben und Lacke im Trend

Denkt man an dekorative Farben und Lacke, kommen einem dekorative Wand- und Raumgestaltung in den Sinn. Räume, Bereiche, Plätze und Architektur aufwertende Farben sind trendgerecht und bunt. Sie dienen privaten Endkunden sowie Handwerkern zur Verschönerung der eigenen vier Wände und lassen sie die eigene Kreativität ausleben. Ein gutes Drittel des Bereichs dekorative Farben und Lacke beschlagen Dispersionsfarben, welche Heimwerker, Bastler und Immobilienbesitzer an Wand und Decke von Privateigentum und Investitionsimmobilien applizieren (lassen). Der deutsche Renovierungs- und Sanierungsmarkt im Bausektor floriert. Dabei legen Verbraucher im Dekofarbensegment einen hohen Wert auf umweltverträgliche dekorative Lacke und Farben.

Dieser Artikel betrachtet eine große Bandbreite von dekorativen Anstrichen und deren Mehrwert für Objekte; manchmal von funktioneller Art. Auch die wichtigsten Marken und Zulieferer im Deko-Anwendungssegment in Deutschland und eine Auswahl des Produktportfolios werden genannt.


Bautenfarben sind dekorative Farben und Lacke mit funktionellem Mehrwert

Architektur im privaten und öffentlichen Raum ist das Metier kontrastreicher, innovativer Bautenfarben mit hoher Widerstandskraft gegen Umweltbedingungen und langer Lebensdauer. Daneben bieten Bautenfarben mitunter funktionellen Mehrwert bei der Anwendung im Außenbereich, aber auch im Innern. Der architektonische Kontext verwirklicht sich in ansprechender Optik, Aufwertung, Wertsteigerung und positiver Ausstrahlung einer Anlage, Immobilie oder öffentlichen Gebäuden. Dennoch können Bautenfarben neben optischer Ästhetik spezifische Funktionen erfüllen und Problemlösungen darstellen, nämlich:

Dekorative Farben und Lacke für innen und außen: Unterschiede

Während es vor wenigen Jahrzehnten praktisch keinen Unterschied zwischen Außenfarben und Innenfarben gab, und derselbe Farbtopf überall appliziert wurde, gibt es heute spezielle Formulierungen, welche Außen- von Innenfarben unterscheiden. Pigmente, Harze sowie Additive sind dank heutigen Technologiestandards in der Lage, sich nach diversen individuellen Umständen zu richten.

Dekorative Außenfarben

Dekorative Farben und Lacke auf Bank

Farbenfrohe dekorative Farben und Lacke auf Stadtmöbeln werten Gemeinden auf

Dekorative Farben, Lacke und Beschichtungen im Außenbereich müssen teils extremen Bedingungen standhalten: Regen, Schnee, Temperaturschwankungen sowie UV-Strahlung und manchmal chemische Belastungen aus der Atmosphäre sind die Hauptaufgabengebiete, vor denen Außenfarben den Untergrund und sich selbst (!) schützen müssen. Aufgrund dieser natürlichen Feinde der Farbe gibt es zum heutigen Entwicklungsstand Außenfarben, die vor extremen Bedingungen gefeit sind, ohne zu kreiden, blättern oder zu verblassen. Dies wird unter anderem erreicht, indem schnell verblassende Pigmente gemieden werden, vermehrt elastische Harze sowie Biozide verarbeitet werden.

Dekorative Innenfarben

Für dekorative Farben und Lacke im Innenbereich ist die Beständigkeit gegen Umweltbedingungen nebensächlich, wobei auch hier Lichtechtheit und eine gewisse UV-Resistenz nicht nebenrangig behandelt werden. Im Vordergrund stehen Absrasionsbeständigkeit der Lacke und der Farben sowie keine beziehungsweise ein geringer Anteil flüchtiger organischer Verbindungen. Enthaltene Harze sind weniger flexibel als jene in Außenfarben, dadurch aber besonders beständig gegen mechanische Einflüsse. Der Einsatz organischer Pigmente ist wegen geringerer UV-Belastung möglich. Durch den Trend hin zu umweltverträglichen Anstrichen sowie strengen EU-Auflagen sind der Großteil der Innenfarben wasserbasiert.

Glanzgrade von Deko-Anstrichen: das ausschlaggebende i-Tüpfelchen

Der Glanzgrad von wasserhaltigen Innenfarben wird in der DIN EN 13300 festgelegt. Die DIN EN 13300 unterteilt vier Glanzgrade. Sie werden mittels Reflektormeter im Winkel von 60° und 85° ermittelt. Das plastische Profil des Untergrunds kann durch den Glanzgrad der Farbe optisch hervorgehoben werden. Matte Innenfarben sind in der Regel weniger reinigungsbeständig und strapazierfähig als glänzende. Die folgende Einteilung in Glanzgrade gilt laut DIN EN 13300:

  1. Stumpfmatt: Reflexionswert < 5 (Messwinkel 85°). Stumpfmatte Innenfarben sind reflexionsfrei. Sie maskieren Unebenheiten auf dem Untergrund am besten.
    Mögliche Verwendung: Wände, Decken
  2. Matt: Reflexionswert < 10 (Messwinkel 85°). Matte Dispersionsfarbe ist die typische Vollton-/Abtönfarbe im Innenbereich. Sie ist nicht waschbeständig und wenig scheuerbeständig.
    Mögliche Verwendung: Decke, Wand, Möbel
  3. Mittlerer Glanz: < 60 (Messwinkel 60°). Auf Gebinden auch als seidenmatt und seidenglänzend bezeichnet, ist Farbe mit genanntem Glanzgrad bedingt waschbeständig und scheuerbeständig.
    Mögliche Verwendung: Wände und Möbel in Kinderzimmer, Küche, Hobbyraum etc.
  4. Glanz: Reflexionswert = 60 (Messwinkel 60°). Meist haben glänzende Dispersionsfarben eine hohe Waschbeständigkeit und sind auch scheuerbeständig. Unebenheiten werden nicht abgedeckt, sondern durch stark glänzende Farben noch verstärkt.
    Mögliche Verwendung: Badezimmer, Kinderzimmer, Kantinen, Spielstätten etc.

Dekorative Farben und Lacke sehen gut aus und vermitteln Empfindungen

Man sollte meinen, es könne nicht so schwer sein, mit Farbe zu streichen. Dennoch sieht man immer wieder schlechte Verarbeitung, farblich unschöne Gebäude, missglückte Farben im Flur. Aufklärung über die korrekte Verarbeitung ist der Garant für ein positives Erscheinungsbild und nicht zu unterschätzen. Perfekt verarbeitete Farben unterstreichen Raumklima und -atmosphäre. Farbpsychologie spielt eine große Rolle bei der Wahrnehmung von Objekten, Bereichen und Gebäuden.

  • Bildungseinrichtungen: Schulen und Hochschulen erstreben es, ein angenehmes und motivierendes Lernumfeld zu schaffen. Reizüberflutung durch zu viele grelle Farben sind beispielsweise in Kindertagesstätten, Kindergärten und Grundschulen unangebracht, da dies zu schnell abgelenkten Kindern, Konzentrationsstörungen und Unaufmerksamkeit führen kann. Gegen neutrale Grundfarben mit farbenfrohen Akzenten ist nichts einzuwenden.
  • Gesundheitswesen: Im Pflege- und Gesundheitssektor haben Farben einen erwiesenen Einfluss auf Heilung und Wohlbefinden von Patienten und Besuchern. Das Ziel ist eine komfortable, beruhigende, entspannte Atmosphäre. Blautöne werden oft in Krankenhäusern eingesetzt, um Ruhe und Gelassenheit auszustrahlen.
  •  Büroflächen und Empfangsbereiche: Empfangsbereiche sollen einladend und in gewissem Maße verlockend für Besucher anmuten. Warme, sanfte Farben dienen hierzu. Bürogebäude müssen motivierend und behaglich aufs Personal wirken. Arztpraxen können durch gedämpfte Nuancen besänftigend auf Patienten einwirken, während Waben in Großraumbüros stimulierend koloriert werden sollten, damit die Wachsamkeit der Mitarbeiter floriert.

Der Sektor Bautenanstriche unter der Lupe

Bautenfarben Fachwerkhäuser

Auch Bautenfarben folgen Trends. Für den Sektor war 2017 ein positives Jahr.

Für dekorative Farben und Lacke sowie Bautenfarben sind Sanierungs- und Baubranche die umsatzstärksten Bereiche. Als weltweit größtes Einzelsegment sind Bautenfarben mit 55 % des Gesamtvolumens auch zukünftig auf Wachstum ausgelegt. Bis 2021 wird ein Volumen von über 35 Millionen Tonnen mit einem Wert von rund 677 Milliarden Euro erwartet. Das IRL gibt ein heutiges Gesamtmarktvolumen von rund 29 Millionen Tonnen und rund 59 Milliarden Euro Marktwert an.

Der deutsche Markt besitzt den größten Absatzmarkt von Bautenfarben in Europa. Der deutsche Markt des Bautenanstrichsegments wächst stetig. 2017 war der Umsatzanteil von Innenwandfarben und Bautenanstrichen rund ein Drittel groß. Auch Innovationen durch Forschung und Entwicklung haben in Deutschland einen hohen Stellenwert. An erster Stelle stehen in Deutschland seit jeher umweltverträgliche Lacke und Farben, wasserbasierte und solche mit niedrigem Anteil flüchtiger organischer Verbindungen – ein Aspekt, der sich inzwischen auch global im Sektor verbreitet hat.

Hersteller von dekorativen und Bautenfarben in Deutschland

Die DAW ist der in Deutschland größte Hersteller von Bautenfarben und mit Traditionsmarken wie Alpina und Caparol den meisten Deutschen, ob Handwerker oder Endverbraucher, ein Begriff. Ferner gehören zum Segment der dekorativen Farben und Lacke und Fassadenanstriche AkzoNobel mit Marken wie Dulux, Sikkens, Xyladecor.
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